Das leben des Buddha

Vor über 25 Jahrhunderten zeigte uns Buddha, dass Erleuchtung für jedes fühlende Wesen möglich ist. Er tat das, indem er als Prinz Siddharta auf die Erde kam und das weltliche, königliche Leben hinter sich ließ, um Buddhaschaft zu erreichen. Nachdem er Verwirklichung erlangt hatte, lehrte er den Weg, der zum Ende des Leidens führt und anderen nützt.

Buddha Shakyamuni sagte vorher, dass Tibet vom Bodhisattva des Mitgefühls, von Avalokiteshvara, beschützt werden würde. Viele der tibetischen Könige, ebenso wie große Meister wie z.B. Seine Heiligkeit der Dalai Lama und der Gyalwa Karmapa, werden als direkte Inkarnationen dieses Bodhisattvas betrachtet.

Im 9.Jh. n.Chr. etablierte der Meister Guru Padmasambhava auf Einladung von König Trisong Detsen hin die Lehre des Buddha fest in Tibet. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden die verschiedenen Überlieferungen des Buddhismus nach Tibet gebracht. Sie wurden in vier Hauptlinien gesammelt: der Nyingma, Sakya, Kagyu und Gelug Linie.

Der MahasiddhaTilopa, der Lehrer Naropas, wird oft als der erste Halter der Kagyu Tradition bezeichnet, weil der die Überlieferungen von verschiedenen Meistern zusammentrug und Erleuchtung verwirklichte. Dabei sah er direkt das „Gesicht“ von Buddha Dordje Chang.

Die Lehren der Kagyulinie wurden von dem Übersetzer Marpa von Indien nach Tibet gebracht. Mutig zog dieser drei Mal nach Indien, um die Übertragung der Line von Naropa und Maitripa zu bekommen. Obwohl Marpa ein Laie war, erlangte er vollständige Verwirklichung.

Marpa gab diese tiefgründige Tradition weiter an Jetsün Milarepa. Dieser war als wandernder Weiser berühmt, dessen Erleuchtungslieder die Tibeter heute noch im Herzen bewahren. Milarepa übertrug die Kagyu-Tradition weiter an Je Gambopa, der den klösterlichen Disziplinkodex und die Kadampatradition des stufenweisen Studienweges und des Geistestrainings in die Hauptkagyulinie integrierte.

Einer der bedeutendsten Schüler Gambopas war Düsum Khyenpa, der 1.Gyalwa Karmapa. Dessen hervorragendster Schüler wiederum war Drogön Retschen, eine frühere Inkarnation von Tai Situ Rinpotsche. Seit damals sind Gyalwa Karmapa und Tai Situpa die Haupthalter der Karma Kagyu Linie.

Wie ein Rosenkranz ohne fehlende Glieder ist die Kagyu-Tradition in ununterbrochener Reihenfoge immer von Meister zu Schüler weitergegeben worden.

Durch die Integration der buddhistischen Wege des Hinayana, Mahayana und Vajrayana können die Praktiken der Kagyus den Praktizierenden in einem einzigen Leben zur Verwirklichung führen. Mahamudra, das als das „große Siegel“ oder die „große Geste“ bekannt ist, ist die Meditation, die in der Kagyu-Praxis die Frucht der Erleuchtung hervorbringt. Die sechs Yogas von Naropa und die Durchführung der dreijährigen Meditationszurückziehungen, welche gewöhnlich von einem intensiven Studium an einer Klosteruniversität (Shedras) begleitet sind, sind die Kernpraktiken der Kagyu-Linie. Das Mahayana-buddhistischen Nonnenkloster wurde vom 16.Gyalwa Karmapa gegründet und liegt in dem Ort, an dem Tilopa vollkommene Verwirklichung zeigte, nachdem er Sesamsamen gemahlen hatte. Das Kloster wird von Tai Situ Rinpoche geleitet.

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