Mayadevi war die Mutter Buddha Shakyamunis. Buddha, der als Prinz Siddhartha Gautama geboren wurde, trat auf unbefleckte Weise in die Gebärmutter seiner Mutter ein und wurde aus ihrer rechten Seite geboren, während sie zwischen zwei Bäumen stand. Der Säugling Siddhartha stand auf und erklärte mit einem Finger zum Himmel zeigend, mit einem zur Erde: „In den Himmeln und auf der Erde bin ich der ehrwürdigste Lehrer der Götter und Menschen.“

Buddha nahm Geburt an, um der Menschheit zu zeigen, dass ein gewöhnlicher Mensch Buddha werden kann.

Mayadevi starb sieben Tage nach Buddhas Geburt. Sie wurde in reinen Bereichen wiedergeboren und Buddha Shakyamuni besuchte sie dort, um ihr Belehrungen zu geben.

Der Tag, an dem Buddha, nachdem er seine Mutter gelehrt hatte, in den Menschenbereich zurückkehrte, ist einer der vier glücksverheißendsten Tage im tibetischen Kalender. Er heißt Lhabab Dütschen.

Die ehrwürdige Gotami, Buddhas Tante mütterlicherseits, zog Buddha groß, nachdem seine Mutter gestorben war. Sie kümmerte sich darum, dass er alles bekam, was er brauchte. Es war die ehrwürdige Gotami, die Buddha bat, einen Orden für weibliche Praktizierende zu gründen, damit Frauen auch den Dharma lernen konnten.

Auf dreimaliges Bitten von Ananda, Gotamis Sohn, hin, gründete Buddha einen Orden für Nonnen. Buddhas Tante wurde so die erste buddhistische Nonne, die ordiniert und in die Sangha aufgenommen wurde.

Gotami erlangte die vollständige Verwirklichung eines Arhat. Bei ihrem Tod bat der Buddha sie, Wunder zu vollbringen, damit diejenigen, die daran zweifelten, dass Frauen Verwirklichung erlangen können, umdenken konnten. So räumte Gotami die falschen Ansichten aller Anwesenden aus.

Bodhisattvi Tara (Drölma) Während des Zeitalters von Buddha Amoghasiddhi erschien Tara als Prinzessin und erlangte, nachdem sie den Buddhas umfangreiche Opferungen dargebracht hatte, Realisation. Danach riet ihr ein Mönch, Wunschgebete zu machen, dass sie mit einem männlichen Körper wiedergeboren würde, um volle Erleuchtung zu erlangen und anderen von Nutzen sein zu können. Sie gelobte hingegen, immer als Frau wiedergeboren zu werden, um den Wesen zu nützen.

Tara kann in verschiedenen Formen abgebildet sein, aber meistens ist sie es in weiß oder grün. Ihre Manifestationen sind oft in 21 verschiedenen Formen abgebildet, von denen jede vor einem bestimmten Unheil schützt. Tara wird als Emanation von Avalokiteshvara betrachtet.

Die fünf weiblichen Buddhas (Vajradhavisvari, Locana, Mamaki, Pandara und Syamtara) dienen als Weisheitsaspekte der Erleuchtung, komplementär zu den fünf männlichen Buddhas (Vairochana, Akshobhya, Amithaba, Ratnasambhava und Amoghasiddhi).

In der Kagyu Tradition sind die wichtigsten weiblichen Jidams, auf die die Praktizierenden meditieren, Vajrayogini und Vajravarahi.

Prinzessin Mandarava wurde im 8.Jh. als die Tochter des Königs von Zahor, einem nordindischen Herrscher, geboren. Sie war früh erwachsen, weigerte sich aber, verheiratet zu werden. Stattdessen bestand sie darauf, Nonne zu werden. Zunächst stimmte ihr Vater nicht zu, weshalb sie den Hof verließ und Bettlerin wurde. Schließlich ordinierte aber Abt Shantarakshita sie und daraufhin akzeptierte auch der König von Zahor ihren Lebensweg. Er erbaute ihr sogar einen Palast, in dem sie meditieren konnte.

Dann kam jedoch der Meister Padmasambhava und Mandarava wurde seine Schülerin und Gefährtin. Der König tobte und versuchte die beiden auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. Aufgrund ihrer Verwirklichung verwandelte sich aber das Feuer in einen rauchenden See. Heute wird der See, wo sie dieses Wunder vollbrachten, Tso Pema genannt. Er liegt in Rewalsar in Indien. Der König und sein ganzes Land wurden dadurch bekehrt.

Danach zogen Guru Padmasambhava und die Prinzessin nach Nepal, wo sie in Höhlen die Langlebenspraxis von Amitayus ausführten. Die Prinzessin ging auch nach Pala Bengal, um dort das Volk zu bekehren.
Später kehrten sie und der Guru nach Urgyen zurück, wo sie Königin der Dakinis wurde. Urgyen ist ein reiner Nirmanakaya-Bereich. Mandarava lernte auch Yeshe Tsogyal kennen und bat sie um Übertragungen.

Yeshe Tsogyal war die Hauptschülerin von Guru Padmasambhava. Dieser kam im 9.Jh. nach Tibet auf Einladung von König Trisong Detsen hin. Er gab dort die Lehre des Buddha weiter und erbaute das erste buddhistische Kloster in Tibet.

Yeshe Tsogyal erlangte vollständige Erleuchtung und war dafür verantwortlich, die seltensten Dharmabelehrungen in ganz Tibet zu schützen und zu erhalten.

Jetsün Niguma wurde als die Schwester des Mahasiddha Naropa in Kashmir geboren. Sie verbrachte ihr Leben damit, Buddhas Lehren zu praktizieren und zu verwirklichen. Sie manifestierte sich als eine Bodhisattvi auf der zehnten Stufe und sah Dorje Chang von Angesicht zu Angesicht (d.h. sie verwirklichte die drei Körper des Buddha). Ihr wichtigster Schüler war Khyungpo Naljor, der ihre Lehren nach Tibet brachte und die Shangpa Kagyu Linie, eine der acht tibetischen Übertragungslinien, gründete.

Khandroma Sukhasiddhi war eine Laienfrau mit einem Ehemann und sechs Kindern. Ihre Familie jagte sie jedoch aus dem Haus, als sie ihren letzten Vorrat an Reis einem hungrigen Bettler gab. Nachdem sie eine Zeit lang herumgewandert war, traf sie schließlich Mahasiddha Virupa, der sie einweihte und in den Lehren Buddhas unterwies. Sukhasiddhi verwirklichte vollkommene Erleuchtung und sah Dorje Chang direkt.

Gelongma Palmo war eine buddhistische Nonne, die in Indien die Nyungne Tradition ins Leben rief. Nyungne ist heute eine der beliebtesten Fastenpraktiken, die auf der tausendarmigen Form des Bodhisattvas des Mitgefühls, Chenresig, beruht.

Gelongma kam in einer Königsfamilie zur Welt, beschloss aber Nonne zu werden und den Dharma zu praktizieren. Als sie an Lepra, einer Krankheit, die in Indien sehr gefürchtet ist, erkrankte, setzte man sie im Wald aus. Da erschien ihr König Indrabodhi und lehrte sie die Chenresig-Praxis. Sie wurde vollständig von ihrer Lepra-Krankheit geheilt und gab ihre Praxis an zahlreiche Schüler weiter.

Machig Drubpä Gyalmo war eine weibliche Siddha in Indien, die die Praxis des Langlebensbuddha Amitayus enthüllte.

Machig Labkyi Drönma (1055-1152) gründete in Tibet die Linie der Chöd-Praxis (eine der acht tibetischen Übertragungslinien) und meisterte das Prajna Paramita Sutra. Sie ist die einzige Person in Tibet, die eine Übertragungslinie gründete und deren Linie von Schülern nach Indien gebracht wurde. Chöd ist eine kraftvolle Praxis, bei der es um das „Abschneiden“ des Ego geht. Diese Praxis ist heute noch in Tibet und der Mongolei beliebt.

Einige der berühmten Schülerinnen des Yogi Milarepa, der im 11.Jh. lebte, waren folgende, deren Lebensgeschichte hier kurz umrissen wird:

Rechungma: Sie prüfte zunächst Milarepas Verwirklichung bei ihrer ersten Begegnung, gewann aber vollständiges Vertrauen in den Guru. Sie war auch eine enge Gefährtin von Rechungpa, einem der wichtigsten Schüler Milarepas. Milarepa übertrug ihr alle Herzensunterweisungen ohne Ausnahme. Sie praktizierte acht Jahre lang in vollständiger Stille und war dafür bekannt, dass sie Milarepas Belehrungen vollkommen verstanden hatte. Bei ihrem Tod begab sie sich in das reine Land der Dakinis.

Padarbum verwirklichte in einem einzigen Leben vollkommene Erleuchtung. Sie war von Milarepa zum Dharma bekehrt worden, nachdem sie den Jetsün bei ihrem Zusammentreffen zuerst wütend herabgesetzt und ihn beschuldigt hatte, eine alte Frau geschlagen zu haben (die aus Hingabe bei Milarepas Liedern weinte).
Padarbum flog in ihrem menschlichen Körper zu den reinen Ländern und schlug dabei die Trommel, was alle hören konnten.

Sale Ö meditierte viele Jahre lang in Abgeschiedenheit und erlangte Erleuchtung. Sie lehrte viele Schüler in ganz Tibet den Dharma.

Zuerst hatte sie Milarepa gemieden, als er um Nahrung bettelte. Dann entwickelte sie jedoch vollkommenes Vertrauen zu ihm und Milarepa lehrte sie den Dharma.

Auch Tseringma, die jetzt eine Bodhisattvi auf der 10.Stufe ist, war eine Göttin, die von Jetsün Milarepa gezähmt wurde. Sie ist jetzt eine Dharmaschützerin.

Jomo Menmo (1248-1283) wurde als eine Aktivitätsemanation von Yeshe Tsogyal und auch Machig Labdrön geboren. Sie war die Gefährtin von Guru Chöwang, einem der fünf Tertön Könige von Tibet. Jomo Menmo entdeckte schon als Teenager Termas und versteckte viele dieser Schatzbelehrungen in ganz Tibet. Bei ihrem Tod löste sie sich zusammen mit zwei Schülerinnen am Himmel auf.

Jetsünma Mingyur Paldrön (1699-1769) war die Tochter von Tertön Terdak Lingpa. Dieser gründete das Kloster Mindroling, das zu den Hauptsitzen der Nyingma Linie zählt. Sie wurde eine verwirklichte Meisterin, sowohl in den alten, als auch den neuen Traditionen des tibetischen Buddhismus. Mit 14 Jahren meisterte sie bereits die Tsalung und die Tigle Praxis und erhielt die vollständige Übertragung vieler Belehrungen, inbesondere von Meistern wie Lochen Dharmashri, Kathok Rigdzin Shabdrung, etc.

Als die Mongolen im 18.Jh. in Tibet einfielen, wurde das Kloster Mindroling zerstört. Jetsünma und ihr jüngerer Bruder Rinchen Namgyal flohen nach Sikkim. Als sie nach Tibet zurückkehrten, trug Jetsünma die Verantwortung für den Wiederaufbau des von ihrem Vater gegründeten Klosters. Sie übertrug den dort Versammelten den gesamten Einweihungszyklus.

Sie gründete auch das Nonnenkloster Samten Tse, wo sie den größten Teil ihres späteren Lebens damit verbrachte, Kommentare zu schreiben und Belehrungen zu geben.

Jetsünma Trinle Chödrön war einer der Wurzellamas von Jamyang Khyentse Wangpo. Sie war die Tochter des 5.Minling Trichen Trinle Namgyal und wurde Nonne. Sie studierte unter vielen großen Lehrern und verwirlichte Dzogchen. Außerdem lehrte sie in weiten Teilen Tibets und hatte viele Schüler.

Jetsünma Shukseb (1865-1951), die als Ani Lochen berühmt ist, war eine Chöd-Meisterin. Sie wurde in Rewalsar, Indien, geboren, und hatte hauptsächlich Verbindungen zu der Drukpa Kagyu und der Nyingma-Linie. Von Kindheit an war Ani Lochen eine fleißige Praktizierende, ebenso wie ihre Mutter, die ihre Tochter auf viele Pilgerreisen begleitete und sie ermutigte zu praktizieren. Als sie Ladakh besuchten, waren der König und alle anderen zu Tränen gerührt, als sie Ani Lochen, die noch ein kleines Kind war, Mantras rezitieren sahen und sie alle ermunterte, dies auch zu tun.

Ani Lochen nahm Pema Gyatso als Wurzellehrer. Unter seiner Führung lernte sie Termas und Chöd zu praktizieren. Um 1890 herum wurde sie Nonne, trug aber ihr Haar weiterhin lang. Sie ging mit ihrem Meister auf viele Pilgerreisen und besuchte auch viele bedeutende tibetische Klöster.

Sie selbst gründete das Kloster Shukseb östlich von Lhasa. Dort ermutigte sie die Frauen Nonnen zu werden. Viele Meister wie z.B. Reting Rinpotsche, der 16. Gyalwa Karmapa, Trulshik Rinpotsche und Shechen Rabjam besuchten Ani Lochen.

Sie wurde als lebende Mahasiddha bekannt, die Dzogchen und Mahamudra verwirklicht hatte. Ihr Kloster wurde während der Kulturrevolution zerstört, wird aber langsam wieder aufgebaut.

Sera Khandro Devä Dorje (1899-1952) war eine große Tertön, deren Schatztexte von vielen bedeutenden Nyingma-Meistern verehrt werden. Sie war die Frau von Drime Öser, einem der Söhne des berühmten Tertön Dudjom Lingpa. Außerdem war sie einer der Wurzellamas von Chatral Rinpoche.

Khandro Urgyen Tsomo war die Gefährtin des 15.Gyalwa Karmapa und eine Inkarnation von Yeshe Tsogyal. Durch ihre Praxis und ihre Mantra-Rezitationen wurde der Gyalwa Karmapa von Krankheit geheilt und sein Leben verlängert. Nach dem Tod des Karmapa blieb sie im Kloster Tsurphu in Retreat und lehrte andere den Dharma. Sie wurde als die große Khandro oder Dakini von Tsurphu bekannt.

Jetsünma Tsewang Lhamo starb 1995 und blieb drei Tage lang in Samadhi. Sie war die Tochter von Tritsab Pema Wangchen und die Großtante des jetzigen Mindroling Trichen. Jetsün Tsewang Lhamos Wurzellama war Jampal Devä Nyima, bei dem sie die Nonnengelübde nahm und die höchsten Belehrungen über den Geist empfing. Sie erhielt auch tiefgründige Anweisungen und Belehrungen von Khenchen Khyentse Norbu und Chung Rinpotsche. Nach der Kulturrevolution lebte sie bei Chung Rinpotsche bis zu seinem Tod 1979. 1982 verließ Jetsünma Tibet und begab sich in das Kloster Mindroling in Indien, zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Jetsün Dechen Wangmo und ihrem Großneffen Khenchen Khenrab Gyatso, dem jetzigen Minling Khenchen.

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